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1 · Notar & Anwalt
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3 · Risiken & Belastungen
4 · Ablauf der Prüfung
5 · Häufige Fragen
Sollte ein Anwalt den Immobilienkaufvertrag vor dem Notartermin prüfen?
Beim Hauskauf muss der Kaufvertrag nach § 311b Abs. 1 BGB notariell beurkundet werden. Der Notar ist dabei neutral und berät beide Seiten, vertritt aber nicht einseitig die Interessen des Käufers. Eine anwaltliche Prüfung des Vertragsentwurfs vor dem Notartermin kann deshalb sinnvoll sein, um Risiken aus Käufersicht gezielt zu erkennen und gegebenenfalls noch Änderungen am Entwurf zu erwirken.
Warum der Notar nicht dieselbe Funktion hat wie ein eigener Anwalt
Der Notar hat nach seiner gesetzlichen Stellung eine neutrale Funktion: Er berät beide Vertragsparteien, prüft die Wirksamkeit des Geschäfts und stellt sicher, dass der Vertrag rechtssicher vollzogen werden kann. Er vertritt aber gerade nicht einseitig die wirtschaftlichen Interessen des Käufers oder des Verkäufers.
Das bedeutet nicht, dass die notarielle Tätigkeit unvollständig wäre – sie hat schlicht eine andere Zielrichtung. Wer wissen möchte, ob ein konkreter Vertragsentwurf die eigenen Interessen als Käufer ausreichend absichert, kann diese Frage zusätzlich anwaltlich prüfen lassen.
Wann eine anwaltliche Prüfung vor der Beurkundung sinnvoll ist
Nicht jeder Hauskauf erfordert zwingend eine gesonderte anwaltliche Prüfung. Bei einem Standardvertrag mit klaren Verhältnissen kann der Aufwand überschaubar bleiben. Eine Prüfung vor dem Notartermin gewinnt jedoch an Bedeutung, wenn beispielsweise:
- der Verkäufer den Vertragsentwurf vorformuliert hat,
- bereits Mängel oder Auffälligkeiten bekannt sind,
- umfangreiche Vorinformationen, Exposés oder Zusicherungen vorliegen,
- das Objekt vermietet ist oder ein bestehendes Nutzungsverhältnis übernommen werden soll,
- erhebliche Investitionsentscheidungen anstehen
- oder der Vertragsentwurf ungewöhnliche Klauseln enthält.
Kaufgegenstand: Grundstück und Zubehör
Zunächst sollte genau geprüft werden, was tatsächlich Vertragsgegenstand ist – denn die Pflichten des Verkäufers aus § 433 Abs. 1 BGB (Übergabe und Eigentumsverschaffung) beziehen sich auf den vereinbarten Kaufgegenstand. Dazu gehören insbesondere das Grundstück selbst, aufstehende Gebäude sowie mitverkauftes Zubehör wie Einbauküche, Markisen oder sonstige fest verbundene Ausstattung. Unklare oder unvollständige Beschreibungen des Kaufgegenstands können später zu Streit darüber führen, was eigentlich geschuldet war.
Besitz-, Nutzen- und Lastenübergang
Der Vertrag sollte klar regeln, zu welchem Zeitpunkt Besitz, Nutzungen und Lasten der Immobilie auf den Käufer übergehen. Relevant sind dabei insbesondere der Zeitpunkt der Übergabe, die Verteilung laufender Kosten wie Grundsteuer und Versicherung sowie die Frage, ab wann der Käufer wirtschaftlich von der Immobilie profitiert beziehungsweise deren Lasten trägt.
Kaufpreisfälligkeit
Die Regelung zur Kaufpreisfälligkeit legt fest, unter welchen Voraussetzungen der Käufer zur Zahlung verpflichtet ist. Üblich ist eine Fälligkeit nach Vorliegen bestimmter Voraussetzungen, etwa der Eintragung einer Auflassungsvormerkung und dem Vorliegen erforderlicher Genehmigungen. Der Vertragsentwurf sollte hier genau geprüft werden, damit der Käufer nicht zur Zahlung verpflichtet wird, bevor seine eigene Absicherung im Grundbuch gewährleistet ist. Wie der Verkäufer bei ausbleibender Zahlung vorgehen kann, beschreibt der Beitrag Käufer zahlt den Kaufpreis nicht.
Haftung, Gewährleistung und Mängel
Bei Immobilienkaufverträgen wird die gesetzliche Sachmängelhaftung (§§ 434, 437 BGB) häufig weitgehend ausgeschlossen. Ein solcher Haftungsausschluss schützt den Verkäufer jedoch nicht uneingeschränkt: Nach § 444 BGB kann er sich insbesondere dann nicht auf den Ausschluss berufen, wenn er einen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Beschaffenheit garantiert hat. Für Gewerbeobjekte mit Mängeln: Gewerbeimmobilie mit Mängeln gekauft.
Für die Vertragsprüfung ist deshalb relevant, welche bekannten und möglichen unbekannten Mängel angesprochen werden, welche Erklärungen der Verkäufer zum Zustand der Immobilie abgibt und ob diese Erklärungen mit den tatsächlichen Umständen übereinstimmen. Bagatellisierende oder unvollständige Antworten auf konkrete Käuferfragen können rechtlich problematisch werden – eine vertiefte Einordnung dazu finden Sie im Beitrag Immobilienkauf rückabwickeln: Arglistige Täuschung und Haftung trotz Gewährleistungsausschluss.
Räumung und bestehende Mietverhältnisse
Ist die Immobilie vermietet oder wird sie derzeit vom Verkäufer selbst bewohnt, sollte der Vertrag klar regeln, wann und in welchem Zustand die Übergabe erfolgt. Bestehende Mietverhältnisse gehen beim Verkauf grundsätzlich auf den Käufer über; ob und wann eine Eigennutzung möglich ist, hängt von der konkreten Vertrags- und Mietsituation ab. Bei vermieteten Gewerbeobjekten gehört die Prüfung von Gewerbemietverträgen dazu.
Belastungen, Rechte Dritter und Grundbuch
Vor der Beurkundung sollte geprüft werden, welche Belastungen im Grundbuch eingetragen sind, etwa Grundschulden, Wegerechte oder sonstige Dienstbarkeiten. Der Vertrag sollte klar regeln, welche Belastungen vor oder bei Übergabe gelöscht werden und welche gegebenenfalls bestehen bleiben. Unklarheiten an dieser Stelle können den späteren Nutzen der Immobilie erheblich beeinträchtigen.
Individuelle Risiken erkennen
Über die genannten Standardpunkte hinaus kann jeder Kaufvertrag individuelle Besonderheiten enthalten, etwa besondere Rücktrittsrechte, Vertragsstrafen, Fristen oder Zusicherungen. Eine anwaltliche Prüfung zielt darauf ab, solche individuellen Risiken vor der Beurkundung zu erkennen und, soweit möglich, noch Änderungen am Vertragsentwurf zu erwirken – nach der notariellen Beurkundung sind Anpassungen nur noch eingeschränkt möglich. Bestehen Zweifel am Wert der Immobilie, kann ein vorhandenes Gutachten rechtlich überprüft werden: Immobiliengutachten anwaltlich prüfen lassen.
Was eine anwaltliche Vertragsprüfung nicht leistet
Eine anwaltliche Prüfung des Kaufvertragsentwurfs ersetzt keine technische Begutachtung der Immobilie. Fragen zum baulichen Zustand, zu Feuchtigkeit, Statik oder technischen Anlagen sollten durch einen Sachverständigen oder Gutachter geklärt werden. Rechtliche und technische Prüfung ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht gegenseitig.
Wie eine Vertragsprüfung praktisch abläuft
Für eine zügige Prüfung vor dem Notartermin ist es hilfreich, frühzeitig den Kaufvertragsentwurf und die vorhandenen Unterlagen zu übermitteln, etwa Exposé, Grundbuchauszug, Kommunikation mit dem Verkäufer oder Makler sowie bekannte Informationen zu Mängeln oder Nutzungsverhältnissen. Die Kanzlei1848 prüft den Entwurf aus Käufer- oder Verkäufersicht und ordnet die rechtlich und wirtschaftlich relevanten Punkte ein, bevor der Notartermin stattfindet.
Immobilienkaufvertrag vor dem Notartermin anwaltlich prüfen lassen
Die Kanzlei1848 prüft Immobilienkaufverträge aus Käufer- und Verkäufersicht – von Kaufgegenstand und Kaufpreisfälligkeit über Gewährleistung und bekannte Mängel bis zu Übergabe, Belastungen und individuellen Risikoklauseln. Von Bochum aus ist die Kanzlei1848 im gesamten Ruhrgebiet, in Nordrhein-Westfalen und bundesweit tätig.
Was kostet die anwaltliche Kaufvertragsprüfung?
Eine Kaufvertragsprüfung wird nicht automatisch mit einem festen Prozentsatz des Immobilienpreises abgerechnet. Entscheidend sind Auftrag und Vergütungsgrundlage: Soll nur ein Entwurf besprochen werden, werden Änderungen formuliert oder sollen anschließend Verhandlungen geführt werden? Für eine abgegrenzte Prüfung kann ein Pauschalhonorar oder eine Zeitvergütung vereinbart werden. Eine über die Beratung hinausgehende Vertretung kann anderen Gebührenregeln unterliegen.
Die Verbrauchergrenze von 190 Euro netto nach § 34 RVG betrifft ohne Vergütungsvereinbarung ein erstes Beratungsgespräch. Sie ist kein allgemeiner Höchstpreis für die vollständige Prüfung und Überarbeitung jedes notariellen Kaufvertrags. Auch Beratung, schriftliches Gutachten und Vertragsgestaltung müssen rechtlich unterschieden werden. Die Kanzlei1848 klärt Umfang und Vergütung vor der Beauftragung; ein bestimmter Pauschalpreis wird hier nicht zugesagt.
Kommt es später zum Mängelprozess, ist der Gegenstandswert gesondert zu bestimmen. Eine Klage auf 30.000 Euro Schadensersatz hat nicht allein wegen eines Kaufpreises von 500.000 Euro denselben Streitwert wie eine vollständige Rückabwicklung. Zur Berechnung und zum Kostenrisiko siehe Anwaltskosten: Erstberatung, RVG und Prozesskosten.
Für die Vergütungsanfrage sollten Vertragsentwurf, Anlagen, gewünschter Prüfungsumfang und der geplante Notartermin vorliegen. Zusätzliche technische Begutachtung, notarielle Gebühren und steuerliche Beratung sind eigene Leistungen und Kostenpositionen.
Häufige Fragen
Wie unterstützt die Kanzlei1848 bei der Prüfung eines Immobilienkaufvertrags?
Die Kanzlei1848 prüft den notariellen Vertragsentwurf aus Käufer- oder Verkäufersicht und priorisiert die Punkte, die vor dem Notartermin rechtlich oder wirtschaftlich geklärt oder nachverhandelt werden sollten.
Wer betreut meinen Fall?
Sie erhalten einen festen anwaltlichen Ansprechpartner. Zuständigkeit, Vorgehen und Kommunikation werden zu Beginn des Mandats geklärt. Die anwaltliche Verantwortung trägt derzeit Rechtsanwalt Hakan Ayaz. Besprechungen sind in Bochum sowie telefonisch oder per Video möglich; auch eine bundesweite Vertretung ist möglich.
Muss ich einen Immobilienkaufvertrag anwaltlich prüfen lassen?
Eine anwaltliche Prüfung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Da der Notar beide Vertragsseiten neutral berät und nicht einseitig die Käuferinteressen vertritt, kann eine zusätzliche Prüfung aus Käufersicht aber sinnvoll sein, insbesondere bei individuell formulierten Verträgen oder bekannten Besonderheiten der Immobilie.
Wie viel Zeit sollte ich für die Prüfung vor dem Notartermin einplanen?
Das hängt vom Umfang des Vertrags und der Komplexität des Sachverhalts ab. Sinnvoll ist es, den Vertragsentwurf möglichst frühzeitig nach Erhalt zu übermitteln, damit ausreichend Zeit für Rückfragen und mögliche Änderungswünsche gegenüber dem Notar oder Verkäufer bleibt.
Kann ich Änderungen am Vertragsentwurf noch vor der Beurkundung durchsetzen?
Ob und in welchem Umfang Änderungen möglich sind, hängt von der Verhandlungsbereitschaft der Gegenseite ab. Vor der notariellen Beurkundung besteht regelmäßig noch Spielraum für Anpassungen; nach der Beurkundung sind Änderungen nur noch unter engeren Voraussetzungen möglich.
In welchen Orten berät die Kanzlei1848 zum Immobilienrecht?
Die Kanzlei1848 berät und vertritt Käufer und Verkäufer aus Bochum und dem Ruhrgebiet. Informationen für die einzelnen Orte:
- Immobilienrecht Bochum
- Immobilienrecht Bottrop
- Immobilienrecht Castrop-Rauxel
- Immobilienrecht Dortmund
- Immobilienrecht Duisburg
- Immobilienrecht Essen
- Immobilienrecht Gelsenkirchen
- Immobilienrecht Hagen
- Immobilienrecht Hattingen
- Immobilienrecht Herne
- Immobilienrecht Mülheim an der Ruhr
- Immobilienrecht Oberhausen
- Immobilienrecht Recklinghausen
- Immobilienrecht Sprockhövel
- Immobilienrecht Wetter (Ruhr)
- Immobilienrecht Witten
- Immobilienrecht Wuppertal
Darüber hinaus vertritt die Kanzlei1848 Mandanten bundesweit, auch vor Gerichten außerhalb von Nordrhein-Westfalen. Mehr dazu: Bundesweite Vertretung.
Auf welchen Sprachen berät die Kanzlei1848?
Die Kanzlei1848 berät Sie auf Deutsch, Englisch und Türkisch.
Weiterführend: Immobilienrecht und Kaufrecht und Kaufvertragsrecht.
Wichtige Rechtsgrundlagen
Insbesondere §§ 311b, 433, 434, 437, 444 BGB sowie die notarrechtlichen Vorschriften zur Beurkundung von Grundstücksgeschäften.
Stand der Prüfung: November 2026. Hinweis: Der Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine rechtliche Prüfung des konkreten Einzelfalls.
