Kanzlei für Baurecht und Werkvertragsrecht in Bochum und im Ruhrgebiet

Baumängel, Werklohn, Nachträge oder Bauzeitverzögerung?
Beratung und Vertretung bei Baumängeln, Werklohn, Nachträgen, Abnahme, Bauzeitverzögerungen und gerichtlicher Beweissicherung – für Bauherren, Auftraggeber und Bauunternehmen.

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Leistungen

Unsere Leistungen im Baurecht

  1. Vor und bei Vertragsschluss

    Vertrag prüfen, Widerruf klären

    Bau- und Werkvertrag prüfen

    Leistungsbeschreibung, Pläne, Angebote, Baubeschreibung, Materialien, Termine, Vergütung und gegebenenfalls die Einbeziehung der VOB/B vor der Unterschrift prüfen.

    Widerruf von Handwerker- und Bauverträgen

    Prüfen, ob ein Verbraucher-Widerrufsrecht besteht: außerhalb von Geschäftsräumen, im Fernabsatz oder beim Verbraucherbauvertrag.

    Verträge und Nachträge gestalten

    Bau- und Werkverträge, Leistungsbeschreibungen und Nachträge so gestalten, dass der Leistungsumfang klar ist.

    Widerrufsrisiken einordnen

    Auswirkungen eines Widerrufs auf Vergütung und Wertersatz prüfen.

  2. Während der Bauausführung

    Mängel, Nachträge und Verzögerung

    Baumängel anzeigen

    Mängel schriftlich anzeigen, Fristen setzen und die Ursache gegebenenfalls sachverständig klären lassen.

    Handwerker reagiert nicht

    Frist zur Fortsetzung setzen und eine Kündigung aus wichtigem Grund prüfen.

    Nachträge und Mehrforderungen

    Prüfen, ob zusätzliche Vergütung geschuldet ist oder ein Pauschalpreis gilt.

    Bauzeitverzögerung

    Verbindliche Termine, gesetzte Fristen und Schadensersatz bei Verzögerung und Stillstand prüfen.

    Nachträge durchsetzen

    Änderungen und Zusatzleistungen dokumentieren und zusätzliche Vergütung geltend machen.

    Mängelvorwürfe abwehren

    Behauptete Mängel, Prüf- und Hinweispflichten, Untergrund und andere Gewerke rechtlich einordnen.

    Kündigung und Verzug

    Kündigung des Bauvertrags und Verzugsvorwürfe prüfen und abwehren.

  3. Abnahme und Mängelrechte

    Abnahme, Mängelrechte und Beweissicherung

    Abnahme

    Die Abnahme vorbereiten und bekannte Mängel vorbehalten, bevor Rechte verloren gehen.

    Mängelrechte

    Nacherfüllung, Selbstvornahme mit Kostenvorschuss, Minderung, Rücktritt und Schadensersatz prüfen und geltend machen.

    Photovoltaik und technische Anlagen

    Streitigkeiten über Lieferung, Montage, Dachschäden und Funktion von Photovoltaikanlagen einordnen.

    Beweissicherung

    Selbständiges Beweisverfahren und Sachverständigengutachten vorbereiten.

    Abnahme

    Prüfen, ob eine Abnahme wirksam erfolgt ist oder unter den gesetzlichen Voraussetzungen als erfolgt gilt.

    Nacherfüllung und Gegenrechte

    Nacherfüllung organisieren und Ansprüche auf Selbstvornahme, Minderung, Rücktritt oder Schadensersatz abwehren.

    Photovoltaik und technische Anlagen

    Leistungsumfang, zugesagte Eigenschaften und offene Vergütung bei Photovoltaikanlagen einordnen.

    Beweisverfahren begleiten

    Ein selbständiges Beweisverfahren begleiten und die Beweisfragen präzise vorbereiten.

  4. Zahlung und Gericht

    Werklohn und Bauprozess

    Werklohnforderung prüfen

    Schlussrechnung, Prüffähigkeit, Fälligkeit und Gegenforderungen wegen Mängeln prüfen.

    Zahlung zurückhalten

    Prüfen, ob und in welcher Höhe bei Mängeln ein Teil der Vergütung zurückgehalten werden darf.

    Schadensersatz und Rückzahlung

    Schadensersatz und gezahlte Beträge gerichtlich durchsetzen.

    Werklohn durchsetzen

    Abschlags- und Schlussrechnungen prüfen und offenen Werklohn durchsetzen, auch gegenüber Generalunternehmern.

    Werklohnklage

    Werklohn gerichtlich durchsetzen, gegebenenfalls gestützt auf das Gutachten aus einem Beweisverfahren.

    Gegenforderungen abwehren

    Zurückbehaltungsrechte und Gegenforderungen wegen Mängeln einordnen und abwehren.

Baurecht für Auftraggeber und Auftragnehmer

Bau- und Sanierungsprojekte sind technisch komplex und mit hohen Investitionen verbunden. Wenn Leistungen mangelhaft sind, Nachträge verlangt werden, Bauzeiten aus dem Ruder laufen oder Werklohn offensteht, greifen Vertragsrecht, Werkvertragsrecht und Beweisfragen ineinander.

Die Terrassenüberdachung ist undicht, der Handwerker reagiert nicht mehr, die Baustelle steht still, die Fassade reißt oder die Schlussrechnung ist deutlich höher als vereinbart: Solche Situationen entscheiden sich meist an wenigen Punkten, nämlich Frist, Beweissicherung und der Frage, wie viel Sie noch zahlen müssen. Die Kanzlei1848 prüft Ihren Fall und vertritt Sie gegenüber Handwerkern, Bauunternehmen und Generalunternehmern – ebenso Unternehmer, die Werklohn durchsetzen oder Mängelvorwürfe abwehren.

Die Kanzlei1848 in Bochum berät und vertritt Bauherren, Auftraggeber und Auftragnehmer im privaten Baurecht und Werkvertragsrecht. Typische Angelegenheiten sind Baumängel und Mängelbeseitigung, Schimmel und Feuchtigkeitsschäden, „Pfusch am Bau“, Neubau und Sanierung, Bau- und Werkverträge, Widerruf von Handwerker-, Montage- und Bauverträgen, Fernabsatzverträge und außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge, Abnahme, Werklohn und Schlussrechnungen, Nachträge und zusätzliche Vergütung, Bauzeitverzögerungen, Kündigung von Bauverträgen, Schadensersatz, Generalunternehmer- und Handwerkerstreitigkeiten, Beweissicherung, selbständige Beweisverfahren, Sachverständigengutachten, Bauprozess und gerichtliche Durchsetzung sowie Streitigkeiten im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen.

Widerruf und Mängel bei Handwerker- und Sanierungsaufträgen

Bei privaten Handwerker-, Montage- und Sanierungsaufträgen sind zwei Ebenen zu trennen: Mängelrechte wegen fehlerhafter Ausführung und mögliche Widerrufsrechte wegen des Vertragsschlusses. Nach EuGH C-381/25 kann auch ein zuvor übersandtes Angebot später außerhalb der Geschäftsräume in Anwesenheit des Unternehmens angenommen werden.

Handwerkervertrag widerrufen · Mangelhafte Handwerkerleistung · Mangelhafte Sanierung

Werkvertrag

Privates Baurecht und Werkvertragsrecht

Ein Werkvertrag unterscheidet sich von einem reinen Dienstleistungsvertrag dadurch, dass der Unternehmer einen bestimmten Erfolg schuldet. Ein Bauvertrag betrifft insbesondere die Herstellung, Wiederherstellung, Beseitigung oder den Umbau eines Bauwerks, einer Außenanlage oder eines Teils davon.

Die rechtliche Bewertung beginnt deshalb regelmäßig mit dem Vertrag: Was wurde konkret geschuldet? Relevant sind unter anderem:

  1. Leistungsbeschreibung
  2. Pläne
  3. Angebote
  4. Nachträge
  5. Baubeschreibung
  6. Vereinbarte Materialien
  7. Termine
  8. Vergütung
  9. Abnahmevereinbarungen
  10. Gegebenenfalls die Einbeziehung der VOB/B

Erst der Vertrag klärt den Streit

  • Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, ob eine Leistung mangelhaft, unvollständig oder zusätzlich zu vergüten ist.

Stillstand

Handwerker reagiert nicht oder ist nicht mehr auf der Baustelle

Bleibt der Handwerker weg, reagiert er nicht auf Nachrichten oder bricht er die Arbeiten ab, kommt es vor allem darauf an, den Stand zu sichern und Fristen sauber zu setzen. Fotos, Videos, ein gemeinsames Aufmaß und der Schriftverkehr zeigen später, was geleistet war und was fehlte.

Setzen Sie dem Unternehmer schriftlich eine angemessene Frist zur Fortsetzung oder Fertigstellung. Reagiert er auch dann nicht, kommt je nach Lage eine Kündigung aus wichtigem Grund (§ 648a BGB) in Betracht; die Arbeiten können dann von einer anderen Firma zu Ende geführt werden, und entstehende Mehrkosten lassen sich unter Umständen als Schadensersatz geltend machen. Abschlagszahlungen sollten sich am tatsächlichen Leistungsstand orientieren (§ 632a BGB), nicht allein an einem Zahlungsplan.

Eine vorschnelle oder formal fehlerhafte Kündigung kann eigene Risiken mit sich bringen. Lassen Sie die Rechtslage deshalb prüfen, bevor Sie kündigen.

Bauzeitverzögerung und Stillstand: Rechtlich muss zunächst geklärt werden

  • Welche Termine waren überhaupt verbindlich?
  • Welche Partei musste welche Vorleistung erbringen?
  • Warum kam es zur Verzögerung?
  • Wurde eine Frist gesetzt?
  • Welche Mehrkosten sind tatsächlich entstanden?
  • Lassen sie sich dem Vertragspartner zurechnen?

Nicht jede Verzögerung führt zu Schadensersatz

  • Verzögerungen können auf Baustellen erhebliche Folgekosten verursachen.
  • Nicht jeder überschrittene Zeitplan führt automatisch zu Schadensersatz. Bei klar vereinbarten Terminen und zurechenbaren Verzögerungen können jedoch erhebliche Ansprüche entstehen.

Undicht, rissig, schief

Undicht, rissig oder schief: Die Leistung ist mangelhaft und der Betrieb verweist auf andere

Bei Terrassenüberdachung, Dach, Wintergarten, Fassade und Wärmedämmung, Pflaster, Terrasse oder Stützwand zeigt sich ein Mangel häufig als Undichtigkeit, Riss oder Absacken. Verweist der Betrieb dann auf den Untergrund, die Witterung oder andere Gewerke, sollte der Mangel schriftlich angezeigt und lückenlos dokumentiert werden.

Sinnvoll ist deshalb:

  1. Angemessene Frist zur Nacherfüllung setzen
  2. Schäden mit Fotos, Videos und Datum festhalten
  3. Ursache gegebenenfalls von einem Sachverständigen klären lassen

Die entscheidende Beweisfrage

  • Ob der Mangel auf der Ausführung, dem Material oder dem Untergrund beruht, ist oft die entscheidende Beweisfrage.
  • Ein Hinweis auf den Untergrund entlastet den Unternehmer nur unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere wenn er seine Prüf- und Hinweispflichten erfüllt hat.

Wenn die Frist ohne Nacherfüllung abläuft

Läuft die Frist ohne Nacherfüllung ab, kommen je nach Lage Selbstvornahme mit Kostenvorschuss, Minderung, Rücktritt oder Schadensersatz in Betracht (Nachbesserung oder sofort sanieren?). Nach Fälligkeit der Vergütung darf der Besteller bei Mängeln außerdem einen angemessenen Teil der Vergütung zurückhalten; angemessen ist in der Regel das Doppelte der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten (§ 641 Abs. 3 BGB). Wenn die Zeit drängt oder Verjährung droht, kann ein selbständiges Beweisverfahren sinnvoll sein.

Mehrforderung

Mehr zahlen als vereinbart, Genehmigung fehlt oder Ausführung weicht ab

Drei Konstellationen kommen auf Baustellen besonders häufig vor.

Mehr zahlen als vereinbart

Verlangt der Handwerker nachträglich mehr Geld, obwohl ein Pauschalpreis oder Kostenvoranschlag vereinbart war, kommt es darauf an, was vereinbart wurde, welche Leistungen darin enthalten waren und ob eine wirksame Änderung oder Zusatzbeauftragung vorliegt. Ein Kostenvoranschlag ist ohne besondere Vereinbarung unverbindlich; wird er wesentlich überschritten, kann der Besteller unter Umständen kündigen (§ 649 BGB). Einzelheiten zu Nachträgen und Zusatzvergütung stehen weiter unten.

Genehmigung fehlt oder Ausführung weicht ab

Weicht die Ausführung von der Baugenehmigung ab oder fehlt eine erforderliche Genehmigung, etwa bei Stützwand, Anbau, Überdachung oder Fertighaus, ist zu klären, wer nach dem Vertrag das Genehmigungsrisiko trägt. Auch Leistungen, die nach der Leistungsbeschreibung geschuldet waren, aber fehlen, können Ansprüche begründen.

Bestehendes Haus gekauft?

Haben Sie ein bestehendes Haus gekauft und liegt der Mangel im Gebäude selbst, richten sich Ansprüche meist gegen den Verkäufer. Diese Fälle gehören ins Immobilienrecht.

Widerruf

Widerruf von Handwerker- und Bauverträgen

Verbraucher können Handwerker-, Montage-, Sanierungs- und Bauverträge unter bestimmten Voraussetzungen widerrufen. Ein Widerrufsrecht kommt vor allem in drei Konstellationen in Betracht:

Außerhalb von Geschäftsräumen

Außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge nach § 312b BGB, etwa bei Vertragsschluss in der Wohnung des Verbrauchers oder auf der Baustelle (umgangssprachlich oft „Haustürgeschäft“ genannt).

Fernabsatz

Fernabsatzverträge nach § 312c BGB, wenn Verhandlungen und Vertragsschluss ausschließlich über Fernkommunikationsmittel wie E-Mail, Telefon oder Online-Formular innerhalb eines organisierten Fernabsatzsystems erfolgen.

Verbraucher­bauvertrag

Verbraucherbauverträge nach § 650i BGB mit Widerrufsrecht nach § 650l BGB, die den Bau eines neuen Gebäudes oder erhebliche Umbaumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude betreffen.

Ob ein Widerrufsrecht besteht

Ob tatsächlich ein Widerrufsrecht besteht, hängt vom Abschlussweg, von der Verbrauchereigenschaft, von der geschuldeten Leistung und von möglichen Ausnahmen ab. Für Verträge zwischen Unternehmern gelten diese Verbraucherwiderrufsrechte nicht.

Fehlt eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung, beginnt die reguläre Widerrufsfrist grundsätzlich nicht zu laufen. Das Widerrufsrecht erlischt dann nach den gesetzlichen Regeln grundsätzlich spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach dem jeweils maßgeblichen Zeitpunkt.

Bedeutung für beide Seiten

Für beide Seiten ist das praktisch bedeutsam: Auftraggeber können sich gegen eine Werklohnforderung wehren oder bereits gezahlte Beträge zurückverlangen. Auftragnehmer müssen damit rechnen, dass ein wirksamer Widerruf Vergütungsansprüche beeinflusst. Ob und in welcher Höhe Wertersatz für bereits erbrachte Leistungen geschuldet ist, hängt vom Einzelfall ab.

Widerruf und Mängelrechte trennen

Das Widerrufsrecht ist von den Mängelrechten zu trennen. Es betrifft den Vertragsschluss, nicht die Qualität der Ausführung. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite Handwerkervertrag widerrufen und im Wissensbeitrag EuGH C-381/25: Handwerkervertrag trotz vorherigem Angebot widerrufbar?.

Baumängel

Baumängel und Mängelbeseitigung

Ein Werk muss grundsätzlich die vereinbarte Beschaffenheit besitzen. Soweit keine Beschaffenheit vereinbart ist, kommt es insbesondere darauf an, ob es sich für die vertraglich vorausgesetzte beziehungsweise gewöhnliche Verwendung eignet.

Was umgangssprachlich als „Pfusch am Bau“ bezeichnet wird, ist rechtlich ein Mangel, wenn das Werk von der vereinbarten oder geschuldeten Beschaffenheit abweicht. Nicht jede Unschönheit ist ein Mangel; entscheidend sind Vertrag, anerkannte Regeln der Technik und Funktionstauglichkeit. Ausführlich dazu: Handwerker mangelhaft gearbeitet: Nachbesserung, Minderung und Schadensersatz.

Bei Mängeln kann der Auftraggeber je nach Voraussetzungen unterschiedliche Rechte haben. Dazu gehören insbesondere Nacherfüllung, Selbstvornahme und Ersatz beziehungsweise Vorschuss der erforderlichen Kosten, Minderung, Rücktritt und Schadensersatz. Welche Kombination sinnvoll und rechtlich möglich ist, hängt vom konkreten Stadium des Bauvorhabens und den bereits abgegebenen Erklärungen ab.

Typische Konflikte entstehen bei

  • Feuchtigkeit, Schimmel und Abdichtung
  • Dacharbeiten
  • Fassaden
  • Estrich und Bodenbelägen
  • Fenstern und Türen
  • Haustechnik
  • Schallschutz
  • Wärmedämmung
  • Sanierungsleistungen
  • Ausbauarbeiten
  • Photovoltaik- und anderen technischen Anlagen

Nachbesserung

Erst Nachbesserung verlangen oder sofort sanieren?

Eine eigenmächtige Mängelbeseitigung kann rechtlich problematisch werden. Das Gesetz setzt für die Selbstvornahme grundsätzlich voraus, dass der Unternehmer zunächst Gelegenheit zur Nacherfüllung erhält und eine angemessene Frist erfolglos verstreicht, soweit nicht ausnahmsweise eine Fristsetzung entbehrlich ist.

Deshalb sollte vor der Beauftragung eines Ersatzunternehmens geprüft werden:

  1. Ist der Mangel ausreichend dokumentiert?
  2. Wurde der richtige Vertragspartner in Anspruch genommen?
  3. Wurde konkret zur Mängelbeseitigung aufgefordert?
  4. Ist eine angemessene Frist gesetzt worden?
  5. Muss der bestehende Zustand zunächst sachverständig dokumentiert werden?

Vorschnelle Sanierung vermeiden

  • Gerade bei größeren Mängeln kann eine vorschnelle Sanierung den späteren Nachweis erheblich erschweren.

Abnahme

Die Abnahme ist rechtlich ein zentraler Zeitpunkt

Die Abnahme sollte bei größeren Bauvorhaben nicht als bloßer Übergabetermin behandelt werden.

Wer bei der Abnahme einen bekannten Mangel akzeptiert, ohne sich bestimmte Rechte vorzubehalten, kann Rechtspositionen verlieren.

Auf Unternehmerseite ist wiederum entscheidend, ob eine Abnahme wirksam erfolgt ist oder unter den gesetzlichen Voraussetzungen als erfolgt gilt.

Die Abnahme kann unter anderem Einfluss haben auf

  • Fälligkeit der Vergütung
  • Beginn der Verjährung von Mängelansprüchen
  • Beweisfragen
  • Vorbehalt bekannter Mängel
  • weitere Rechte der Vertragsparteien

Werklohn

Werklohn und Schlussrechnung

Nicht nur Auftraggeber machen Ansprüche wegen Mängeln geltend. Auftragnehmer sehen sich häufig mit offenen Abschlags- oder Schlussrechnungen konfrontiert.

Streit kann insbesondere entstehen über:

  1. Umfang der tatsächlich beauftragten Leistungen
  2. Einheitspreise oder Pauschalpreise
  3. Nachträge
  4. Massen und Aufmaße
  5. Gegenforderungen wegen Mängeln
  6. Zurückbehaltungsrechte
  7. Abnahme
  8. Prüffähigkeit der Schlussrechnung

Fälligkeit und Rechnung zusammen betrachten

  • Bei Bauverträgen hängt die Fälligkeit einer Schlussvergütung unter anderem mit der Abnahme und einer prüffähigen Schlussrechnung zusammen.
  • Deshalb genügt weder auf Unternehmer- noch auf Auftraggeberseite eine isolierte Betrachtung der Rechnung.

Vertiefung zum Werklohn

Eine ausführliche Darstellung zu Fälligkeit, Schlussrechnung, Subunternehmerforderungen, VOB/B und gerichtlicher Durchsetzung finden Sie im Wissensbeitrag Werklohn nicht bezahlt: Schlussrechnung, Subunternehmer und Werklohnklage. Für allgemeine Unternehmensforderungen bleibt die Seite B2B-Forderungen durchsetzen einschlägig.

Nachträge

Nachträge und zusätzliche Vergütung

Bauprojekte verändern sich häufig während der Ausführung. Zusätzliche Leistungen können durch Änderungswünsche, Planänderungen, notwendige Zusatzarbeiten oder unklare Leistungsbeschreibungen entstehen.

Für Bauverträge enthält das BGB besondere Regeln über Änderungsbegehren und Vergütungsanpassungen.

Eine saubere Dokumentation von Anordnungen, Angeboten und ausgeführten Mehrleistungen ist daher wesentlich.

Ob zusätzliche Vergütung verlangt werden kann und in welcher Höhe, hängt unter anderem davon ab

  • was ursprünglich vereinbart war,
  • ob tatsächlich eine Änderung vorliegt,
  • wer sie veranlasst hat,
  • welche Vertragsregelungen gelten
  • und wie die zusätzliche Vergütung zu bestimmen ist.

Beweisverfahren

Selbständiges Beweisverfahren bei Baumängeln

Bei technischen Streitigkeiten reicht juristische Argumentation allein häufig nicht aus. Der Zustand des Bauwerks muss fachlich festgestellt werden.

Ein selbständiges Beweisverfahren kann insbesondere dazu dienen, bereits vor einer Zahlungsklage gerichtlich durch einen Sachverständigen feststellen zu lassen:

  1. Ob ein Mangel besteht
  2. Welche Ursache er hat
  3. Welchen Umfang er besitzt
  4. Welcher Aufwand zur Beseitigung erforderlich ist

Wann das Verfahren sinnvoll ist

  • Das Verfahren kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn ein Zustand später durch Sanierung verändert wird oder die technische Ursache zwischen den Beteiligten streitig ist.
  • Die Beweisfragen sollten präzise vorbereitet werden. Ein gerichtlicher Sachverständiger entscheidet keine Rechtsfragen; seine Aufgabe ist die fachliche Feststellung der relevanten Tatsachen.

Photovoltaik

Photovoltaik­anlagen und Werkvertragsrecht

Bei Photovoltaikanlagen entstehen zunehmend Streitigkeiten über Lieferung, Montage und technische Funktionsfähigkeit.

Rechtlich ist zunächst zu bestimmen, welcher Vertragstyp im konkreten Fall vorliegt. Je nach Umfang von Lieferung, Planung und Montage können unterschiedliche kauf- oder werkvertragliche Regelungen relevant sein.

Auch hier ist die Vertragsprüfung Ausgangspunkt der rechtlichen Bewertung.

Typische Konflikte betreffen

  • fehlerhafte Montage
  • Dachschäden
  • technische Mängel
  • fehlende oder verspätete Fertigstellung
  • Leistungsumfang
  • offene Vergütung
  • zugesagte Eigenschaften

Erste Schritte

Was Sie bei Baumängeln jetzt tun sollten

Wer Baumängel bemerkt, sollte zuerst Unterlagen und Beweise sichern und erst danach über Fristen und Erklärungen entscheiden.

Sichern Sie zunächst:

  1. Vertrag, Leistungsverzeichnisse und Nachträge vollständig sichern
  2. Mängel mit Fotos und Videos dokumentieren
  3. Schriftverkehr chronologisch sichern
  4. Rechnungen und Zahlungsnachweise zusammentragen
  5. Baustellenprotokolle, Abnahmen und Gutachten sichern

Bevor Sie handeln

  • Mängel nicht vorschnell beseitigen lassen.
  • Laufende Fristen und Verjährung prüfen.
  • Vor Kündigung, Selbstvornahme oder endgültiger Zahlungsverweigerung die Rechtslage prüfen lassen.

Ablauf

Ablauf der anwaltlichen Bearbeitung

Am Anfang steht die Rekonstruktion des Vertrags- und Bauverlaufs.

Anschließend wird entschieden, ob zunächst außergerichtlich nachgebessert, gezahlt, abgerechnet oder verhandelt werden sollte oder ob eine gerichtliche Durchsetzung beziehungsweise ein selbständiges Beweisverfahren sinnvoll ist.

Kommt es zum Bauprozess, entscheidet häufig weniger die abstrakte Rechtsfrage als die Beweislage: Vertrag, Abnahme, Dokumentation und gegebenenfalls das Sachverständigengutachten aus einem vorgeschalteten Beweisverfahren. Die Kanzlei1848 vertritt sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer, die Ansprüche durchsetzen oder sich gegen Forderungen verteidigen.

Danach wird geprüft

  • Welche Leistungen wurden vereinbart?
  • Welche Änderungen kamen hinzu?
  • Welche Leistungen wurden ausgeführt?
  • Welche Mängel werden behauptet?
  • Ist eine Abnahme erfolgt?
  • Welche Zahlungen wurden geleistet?
  • Welche Fristen wurden gesetzt?
  • Welche Beweise existieren?

Fall- und Kostenbeispiel

Fiktives Fall- und Kostenbeispiel: Undichtes Dach nach der Sanierung

Ein frei erfundenes Beispiel zeigt, mit welchen Anwaltskosten zu rechnen ist, wenn ein Bauherr einen Baumangel außergerichtlich regulieren lässt.

Fiktives Beispiel

Der Fall

Ein Eigentümer lässt das Dach seines Einfamilienhauses in Bochum sanieren. Nach der Fertigstellung dringt bei Starkregen Wasser ein. Der Dachdeckerbetrieb verweist auf den Untergrund und reagiert auf die Mängelanzeige nicht. Ein Sachverständiger beziffert die Kosten der Mängelbeseitigung auf 31.000 €.

Der Anwalt rügt die Mängel, setzt eine Frist zur Nacherfüllung und verhandelt außergerichtlich. Die Beteiligten einigen sich schließlich auf einen Vergleich. Dafür entstehen eine Geschäftsgebühr und eine Einigungsgebühr.

Für den Gegenstandswert werden hier vereinfacht die Kosten der Mängelbeseitigung angesetzt; maßgeblich ist stets das wirtschaftliche Interesse im Einzelfall. Ob der Betrieb zu einem Vergleich bereit ist, lässt sich nicht vorhersagen. Das Kostenbeispiel setzt einen Auftraggeber voraus.

Die Kanzlei1848

Warum die Kanzlei1848?

Rechtsanwalt Hakan Ayaz hat rund 7 Jahre anwaltliche Berufserfahrung aus über 700 bearbeiteten Mandaten. Die Kanzlei1848 verfügt über 25x 5,0 ★ Google-Bewertungen.

Digital bearbeitet

Bauverträge, Leistungsverzeichnisse, Rechnungen, Fotos und Schriftverkehr können elektronisch übermittelt werden. Rechtliche Fragen lassen sich telefonisch oder per Videokonferenz besprechen; die Kommunikation mit der Gegenseite führt die Kanzlei.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Baurecht

Kanzlei, Anwaltswahl und Ablauf

Zusammenarbeit und Vorbereitung

Wie unterstützt die Kanzlei1848 bei einem Bau- oder Werkvertragsfall?

Die Kanzlei1848 prüft Vertrag, Abnahme, Mängel, Vergütung, Nachträge und Beweislage und vertritt Bauherren, Auftraggeber, Bauunternehmen oder Handwerksbetriebe bei der Durchsetzung oder Abwehr von Ansprüchen.

Wer betreut meinen Fall?

Sie erhalten einen festen anwaltlichen Ansprechpartner. Zuständigkeit, Vorgehen und Kommunikation werden zu Beginn des Mandats geklärt. Die anwaltliche Verantwortung trägt derzeit Rechtsanwalt Hakan Ayaz. Das Kanzleiteam unterstützt bei Mandatsorganisation, Unterlagen und Kommunikation. Besprechungen sind in Bochum sowie telefonisch oder per Video möglich; eine bundesweite Vertretung ist möglich.

Woran erkenne ich einen guten Anwalt bei Baumängeln, und muss es ein Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht sein?

Ein Fachanwaltstitel weist besondere Kenntnisse und praktische Erfahrung in einem Rechtsgebiet nach und kann bei besonders komplexen Fällen hilfreich sein. Zwingend ist er nicht, denn auch Anwälte ohne Titel können häufig seit Jahren schwerpunktmäßig in einem Gebiet arbeiten. Die gesetzlichen Gebühren nach dem RVG sind in beiden Fällen gleich, höhere Honorare müssen ausdrücklich vereinbart werden. Wichtiger ist, ob der Anwalt Erfahrung mit Ihrer Art von Streit hat: Bei Baumängeln sind das etwa Mängelanzeige und Fristsetzung, Beweissicherung und selbständiges Beweisverfahren, die Zusammenarbeit mit Sachverständigen und die Verjährung. Achten Sie außerdem darauf, ob Ihr Fall persönlich vom Anwalt bearbeitet wird, ob Kosten und Prozessrisiko vorab offen besprochen werden und ob Sie eine realistische Einschätzung statt Versprechen erhalten. Die Kanzlei1848 vertritt Bauherren und Unternehmen im Baurecht; jedes Mandat hat einen festen anwaltlichen Ansprechpartner, die anwaltliche Verantwortung trägt derzeit Rechtsanwalt Hakan Ayaz. Erfolgsaussichten und Kosten werden vor der Beauftragung offen besprochen.

Mängel, Abnahme und Fristen

Mängelrechte, Selbstvornahme, Verjährung und Beweisverfahren

Welche Rechte bestehen bei Baumängeln?

Je nach Voraussetzungen kommen insbesondere Nacherfüllung, Selbstvornahme mit Aufwendungsersatz beziehungsweise Kostenvorschuss, Minderung, Rücktritt und Schadensersatz in Betracht. Welche Möglichkeit sinnvoll ist, hängt vom Vertrag, der Abnahme und dem bisherigen Vorgehen ab.

Darf ich einen Baumangel sofort von einer anderen Firma beseitigen lassen?

Regelmäßig sollte zunächst geprüft werden, ob dem ursprünglichen Unternehmer Gelegenheit zur Nacherfüllung gegeben und eine angemessene Frist gesetzt werden muss. Eine sofortige Ersatzvornahme kann Ansprüche gefährden. Bei dringenden Sicherungsmaßnahmen kann die Situation anders liegen.

Warum ist die Abnahme beim Bauvertrag so wichtig?

Mit der Abnahme sind mehrere wichtige Rechtsfolgen verbunden. Unter anderem kann die Vergütung fällig werden und die Verjährungsfrist für Mängelansprüche beginnen. Auch die Beweisposition und der Umgang mit bekannten Mängeln können sich verändern.

Wie lange verjähren Ansprüche wegen Baumängeln?

Für Mängelansprüche bei einem Bauwerk sieht das BGB grundsätzlich eine fünfjährige Frist ab Abnahme vor. Es bestehen jedoch Ausnahmen und Sonderkonstellationen. Vor Ablauf einer vermuteten Frist sollte deshalb konkret geprüft werden, welche verjährungshemmenden Maßnahmen erforderlich sind.

Was ist ein selbständiges Beweisverfahren?

Das selbständige Beweisverfahren ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine gerichtliche Beweiserhebung bereits vor einem eigentlichen Hauptprozess. Bei Baumängeln kann ein gerichtlich bestellter Sachverständiger insbesondere Zustand, Ursache und erforderlichen Beseitigungsaufwand untersuchen.

Darf ich die letzte Rate oder Schlussrate zurückhalten, wenn noch Mängel offen sind?

Das kommt auf die Lage an. Nach Fälligkeit der Vergütung darf der Besteller bei Mängeln einen angemessenen Teil zurückhalten; angemessen ist in der Regel das Doppelte der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten (§ 641 Abs. 3 BGB). Vor der Abnahme kann der Besteller sie bei wesentlichen Mängeln außerdem verweigern. Lassen Sie Vertrag, Zahlungsplan und Mängelliste prüfen, bevor Sie die Schlusszahlung pauschal verweigern oder leisten.

Vergütung, Nachträge und Widerruf

Werklohn, Mehrforderungen und Widerrufsrecht

Muss ich einen Nachtrag des Bauunternehmers bezahlen?

Nicht automatisch. Zunächst ist zu prüfen, ob die verlangte Leistung bereits vom ursprünglichen Vertrag umfasst war, ob eine Änderung angeordnet wurde und nach welchen vertraglichen oder gesetzlichen Regeln die Vergütung zu berechnen ist.

Wann wird eine Werklohnforderung fällig?

Bei Bauverträgen spielen insbesondere Abnahme und Schlussrechnung eine zentrale Rolle. Bei der Schlusszahlung sieht das BGB für Bauverträge zusätzlich Anforderungen an eine prüffähige Schlussrechnung vor. Der konkrete Vertrag und gegebenenfalls die wirksame Einbeziehung der VOB/B sind ebenfalls zu prüfen.

Handwerker verlangt mehr Geld als vereinbart (Pauschalpreis, Kostenvoranschlag): Muss ich zahlen?

Nicht ohne Weiteres. Bei einem Pauschalpreis sind die dazu vereinbarten Leistungen grundsätzlich abgegolten; eine Mehrvergütung kommt vor allem bei vereinbarten Änderungen oder zusätzlich beauftragten Leistungen in Betracht. Ein Kostenvoranschlag ist ohne besondere Vereinbarung unverbindlich; wird er wesentlich überschritten, kann der Besteller unter Umständen kündigen (§ 649 BGB). Prüfen Sie deshalb Vertrag, Leistungsbeschreibung und Schriftverkehr, bevor Sie zahlen oder widersprechen.

Kann ich einen Handwerkervertrag widerrufen, wenn er bei mir zu Hause oder per Telefon zustande kam?

Ein Widerrufsrecht kommt bei Verbraucherverträgen in Betracht, die außerhalb von Geschäftsräumen oder im Fernabsatz geschlossen wurden. Fehlt eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung, kann sich die Widerrufsfrist erheblich verlängern, grundsätzlich auf bis zu zwölf Monate und 14 Tage nach dem maßgeblichen Zeitpunkt. Ob ein Widerruf im Einzelfall möglich ist, hängt unter anderem vom Zeitpunkt des Vertragsschlusses, vom Vertragsgegenstand und von der Belehrung ab. Vertiefend: Seite „Handwerkervertrag widerrufen“ auf kanzlei1848.de.

Gehören Streitigkeiten über Photovoltaikanlagen zum Baurecht?

Das kann der Fall sein. Insbesondere bei umfangreicher Planung und Montage können werkvertragliche Fragen relevant sein. Je nach konkreter Vertragsgestaltung können aber auch kaufrechtliche Vorschriften maßgeblich sein. Der Vertrag muss deshalb zunächst rechtlich eingeordnet werden.

Typische Fälle am Bau

Dach, Fassade, Einbau, Heizung, Schimmel und Fertighaus

Welche Arbeiten und Verträge gehören zum Baurecht und Werkvertragsrecht?

Die Kanzlei1848 berät und vertritt bei Verträgen und Streitigkeiten über Bau-, Sanierungs-, Handwerks- und Einbauleistungen. Typische Arbeiten, nach Bereichen geordnet:

Energie & Haustechnik: Alarmanlage · Batteriespeicher · Elektroinstallation · Erdwärme / Geothermie · Fußbodenheizung · Heizungsmodernisierung · Klimaanlage · Lüftungsanlage · Photovoltaik · Smart Home · Wallbox · Wärmepumpe

Sanierung & Gebäudehülle: Balkon- / Terrassenabdichtung · Balkonsanierung · Betonsanierung · Dachdämmung · Dachsanierung · Dachstuhl · Drainage · energetische Komplettsanierung · Fassadensanierung · Fenster · Haustüren · Kanalsanierung · Kellerabdichtung · Komplettsanierung · Rohr-Inliner / Rohrsanierung · Trockenlegung · Wärmedämmung

Innenausbau: Badsanierung · Boden · Einbaumöbel · Fliesen · Innenausbau · Küche · Maßmöbel · Parkett · Treppen · Treppenrenovierung · Trockenbau

Garten & Grundstück: Bewässerungsanlage · Brunnenbau · Carport · Einfahrt · Garage · Gartenbau · Naturpool · Pergola · Pflasterarbeiten · Poolbau · Schwimmteich · Stützmauer / Hangsicherung · Terrasse · Terrassenüberdachung · Tor · Wintergarten · Zaun

Spezialtechnik & größere Einbauten: Aufzugsnachrüstung · Hausaufzug · Homelift / Hauslift · Kamin- / Ofenbau · Plattformlift · Sauna · Senkrechtlift · Sicherheitstechnik · Treppenlift · Wellnessbereich

Handwerker arbeitet nicht mehr oder reagiert nicht: Was kann ich tun?

Dokumentieren Sie zunächst den Stand der Arbeiten mit Fotos und, wenn möglich, einem gemeinsamen Aufmaß. Setzen Sie dem Handwerker anschließend schriftlich eine angemessene Frist zur Fortsetzung oder Fertigstellung. Verstreicht sie ohne Reaktion, kommen je nach Lage eine Kündigung aus wichtigem Grund (§ 648a BGB) und die Fertigstellung durch eine andere Firma in Betracht; entstehende Mehrkosten können unter Umständen als Schadensersatz verlangt werden. Zahlen Sie Abschläge nur entsprechend dem tatsächlichen Leistungsstand.

Terrassenüberdachung, Dach oder Wintergarten ist undicht und die Firma reagiert nicht: Wie gehe ich vor?

Zeigen Sie den Mangel schriftlich an und setzen Sie eine angemessene Frist zur Nacherfüllung. Halten Sie Wassereintritt und Schäden mit Fotos, Videos und Datum fest und warten Sie mit der Beweissicherung nicht auf die Antwort der Firma. Nach erfolglosem Fristablauf kommen je nach Lage Selbstvornahme mit Kostenvorschuss, Minderung, Rücktritt oder Schadensersatz in Betracht. Bei Arbeiten an einem Bauwerk kann die Mängelhaftung fünf Jahre ab Abnahme betragen; ob die konkreten Arbeiten darunter fallen, hängt von ihrer Art ab.

Fassade oder Wärmedämmung reißt, der Putz platzt ab: Welche Rechte habe ich?

Risse, Abplatzungen oder Feuchtigkeit an Fassade und Wärmedämmverbundsystem (WDVS) können auf Ausführungsfehler, ungeeignetes Material oder einen mangelhaften Untergrund zurückgehen. Wichtig sind eine schriftliche Mängelanzeige mit Frist und eine fachkundige Ursachenklärung, häufig durch einen Sachverständigen. Verweist die Firma auf den Untergrund, entlastet sie das nur unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere wenn sie ihre Prüf- und Hinweispflichten erfüllt hat. Als Mängelrechte kommen Nacherfüllung, Selbstvornahme, Minderung, Rücktritt und Schadensersatz in Betracht.

Pflaster, Terrasse, Garten oder Stützwand sind mangelhaft oder ohne erforderliche Genehmigung gebaut: Was gilt?

Absackendes Pflaster, Wasserstau, Gefälle zum Haus oder Risse in einer Stützwand können ein Mangel sein, wenn die Leistung hinter der vereinbarten oder üblichen Beschaffenheit zurückbleibt. Zeigen Sie solche Mängel schriftlich an und sichern Sie Beweise, bevor Sie etwas verändern. Fehlt eine erforderliche Genehmigung oder weicht die Ausführung von ihr ab, kommt es darauf an, wer nach dem Vertrag für die Genehmigungsfähigkeit verantwortlich war; das kann zu Mängelrechten oder Schadensersatz führen.

Fertighaus, Modulhaus, Holzhaus, Halle oder Gewerbebau weicht von der Bau- und Leistungsbeschreibung ab: Was kann ich verlangen?

Maßgeblich sind der Vertrag, die Bau- und Leistungsbeschreibung, die Pläne und spätere Änderungen. Abweichungen oder fehlende Leistungen können Mängel sein; dann stehen Nacherfüllung, Selbstvornahme, Minderung und gegebenenfalls Schadensersatz im Vordergrund. Bei Hallen, Technik- und Gewerbebauten kommen häufig besondere Vereinbarungen zu Fristen, Vertragsstrafen und Abnahme hinzu. Dokumentieren Sie Abweichungen früh und halten Sie bekannte Mängel bei der Abnahme ausdrücklich im Protokoll fest.

Küche, Fenster, Bad oder Pool wurden fehlerhaft eingebaut: Wer haftet und was ist zu tun?

Wird ein Gegenstand geliefert und eingebaut, kommt es darauf an, ob Montage oder Einbau mangelhaft waren oder das gelieferte Teil selbst fehlerhaft ist. Ansprechpartner ist in der Regel der Vertragspartner, der Ihnen Lieferung und Einbau geschuldet hat. Zeigen Sie den Mangel schriftlich an, dokumentieren Sie ihn und setzen Sie eine Frist zur Nachbesserung. Bei einem Einbau in ein Gebäude kann die Mängelhaftung länger laufen als bei bloßer Lieferung.

Wärmepumpe, Heizung oder Photovoltaikanlage läuft nicht wie zugesagt: Welche Ansprüche bestehen?

Maßgeblich ist, was vertraglich zugesagt war, etwa Leistung, Jahresarbeitszahl, Ertrag oder Inbetriebnahme, und was tatsächlich geliefert und eingebaut wurde. Zeigen Sie die Abweichung schriftlich an, sichern Sie Messwerte, Inbetriebnahmeprotokolle und Angebotsunterlagen und setzen Sie eine Frist zur Nachbesserung. Je nach Vertrag gelten werkvertragliche oder kaufrechtliche Mängelrechte; in beiden Fällen ist die frühe schriftliche Anzeige wichtig. Bei erheblichen Abweichungen können Minderung, Rücktritt oder Schadensersatz in Betracht kommen.

Schimmel nach Sanierung oder Neubau: Wie sichere ich Beweise und wen nehme ich in Anspruch?

Fotografieren Sie Befall und Raumklima, führen Sie ein Lüftungs- und Heizprotokoll und lassen Sie die Feuchtigkeitsursache möglichst fachkundig klären, bevor Sie sanieren. Entscheidend ist, ob Ausführungsfehler, Planungsfehler, mangelhafte Abdichtung oder das Nutzungsverhalten ursächlich sind. Zeigen Sie den Mangel den beteiligten Unternehmen schriftlich an und setzen Sie Fristen. Wenn die Beseitigung drängt oder Verjährung droht, kann ein selbständiges Beweisverfahren sinnvoll sein.

Stand der Prüfung: November 2026

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