Pflichtteil durchsetzen, Erbengemeinschaft auseinandersetzen, Testament anfechten – oder Ansprüche abwehren. Beratung und Vertretung bei Pflichtteil, Erbengemeinschaft, Testament, Nachlassauskunft und Immobilien im Nachlass.
Für PflichtteilsberechtigteEnterbte Angehörige und Vermächtnisnehmer
Für Erben und MiterbenErben, Miterben und Beschwerte
1
Pflichtteil und Auskunft
Pflichtteil, Auskunft und Schenkungen
Pflichtteil durchsetzen
Pflichtteilsanspruch nach § 2303 BGB prüfen, beziffern und gegenüber dem Erben durchsetzen.
Auskunft und Nachlassverzeichnis
Auskunft, Nachlassverzeichnis und Wertermittlung nach § 2314 BGB verlangen, um ein überprüfbares Bild des Nachlasses zu erhalten.
Pflichtteilsergänzung
Schenkungen des Erblassers und Ergänzungsansprüche nach § 2325 BGB prüfen.
Pflichtteilsforderung prüfen
Auskunfts-, Wertermittlungs- und Zahlungsforderungen auf Grund und Höhe prüfen und gegebenenfalls abwehren.
Nachlassverzeichnis erstellen
Klären, welche Auskünfte geschuldet sind und wie das Verzeichnis ordnungsgemäß erstellt wird.
Ergänzungsansprüche abwehren
Ansprüche aus Schenkungen prüfen, die gegen Erben oder andere Beteiligte geltend gemacht werden.
2
Immobilien im Nachlass
Immobilienwert und Erbengemeinschaft
Immobilienwert prüfen
Bewertungsstichtag, Belastungen, Nutzungsrechte und vorhandene Wertansätze für Pflichtteil und Pflichtteilsergänzung prüfen.
Gutachten prüfen
Immobiliengutachten anwaltlich prüfen, wenn der angesetzte Wert zweifelhaft erscheint.
Erbengemeinschaft auseinandersetzen
Verwaltung, Kosten, Auszahlungen und Verteilung des Nachlasses klären und die Auseinandersetzung nach § 2042 BGB betreiben.
Immobilie verkaufen oder übernehmen
Gemeinsamen Verkauf, Übernahme gegen Auszahlung der übrigen Miterben oder als letztes Mittel eine Teilungsversteigerung prüfen.
Nutzungsentschädigung
Prüfen, ob und ab wann eine Nutzungsentschädigung verlangt werden kann, wenn nur ein Miterbe im Haus wohnt.
Überhöhte Bewertung abwehren
Wertansätze bei einer Pflichtteilsforderung prüfen und überhöhte Bewertungen abwehren.
3
Testament und Erbenstellung
Testament, Erbenstellung und Erbschein
Testament prüfen
Auslegung, Form, Testierfähigkeit und gesetzliche Anfechtungsgründe getrennt prüfen, wenn die Wirksamkeit eines Testaments bestritten wird.
Testament anfechten
Voraussetzungen, Frist und Beweise einer Anfechtung der letztwilligen Verfügung einordnen.
Erbenstellung klären
Testament, Erbvertrag oder gesetzliche Erbfolge einordnen, wenn Formulierungen unklar oder mehrere Testamente vorhanden sind.
Erbschein
Sich im Erbscheinverfahren auf die Erbenstellung berufen oder einer beantragten Erbenstellung widersprechen.
4
Vermächtnis und Fristen
Vermächtnis, Ausschlagung und Haftung
Vermächtnis durchsetzen
Anspruch gegen den Beschwerten nach § 2174 BGB prüfen und Umfang, Fälligkeit und Bewertung klären.
Vermächtnis und Teilungsanordnung
Vermächtnisansprüche abwehren und Teilungsanordnungen nach § 2048 BGB einordnen, einschließlich eines Wertausgleichs unter Miterben.
Erbschaft ausschlagen
Vermögen, Schulden und Haftungsrisiken früh prüfen und die kurze Ausschlagungsfrist im Blick behalten.
Nachlasshaftung begrenzen
Nach Annahme der Erbschaft oder Fristablauf prüfen, wie die Haftung für Nachlassverbindlichkeiten begrenzt werden kann.
1Pflichtteil
Pflichtteil nach Enterbung
Eine Enterbung bedeutet nicht zwingend, dass der Betroffene vollständig vom Nachlass ausgeschlossen ist.
Anspruch nach § 2303 BGB
Abkömmlingen, dem Ehegatten und unter bestimmten Voraussetzungen den Eltern kann nach § 2303 BGB ein Pflichtteilsanspruch zustehen. Der Pflichtteil beträgt grundsätzlich die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils und richtet sich regelmäßig als Geldanspruch gegen den Erben.
Berechtigte und Erben
Die Kanzlei1848 vertritt sowohl Pflichtteilsberechtigte, die ihren Anspruch beziffern und durchsetzen wollen, als auch Erben, die Auskunfts-, Wertermittlungs- oder Zahlungsforderungen prüfen und gegebenenfalls abwehren müssen.
Was die Höhe bestimmt
Für die Höhe des Pflichtteils sind nicht nur die Erbquote, sondern vor allem Bestand und Wert des Nachlasses maßgeblich. Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Depots, Darlehen und frühere Vermögensübertragungen können die Berechnung erheblich beeinflussen.
2Auskunft
Auskunft und Nachlassverzeichnis
Pflichtteilsberechtigte kennen den Nachlass häufig nur teilweise. § 2314 BGB gibt dem pflichtteilsberechtigten Nichterben deshalb Auskunftsrechte gegen den Erben. Dazu kann ein Nachlassverzeichnis gehören; unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann außerdem die Wertermittlung einzelner Nachlassgegenstände verlangt werden.
Streit entsteht insbesondere bei:
Fehlenden Konten oder Schenkungen
Zweifelhaften Wertansätzen
Unklaren Verbindlichkeiten
Der Frage, ob für einzelne Vermögensgegenstände ein Sachverständigengutachten erforderlich ist
Auskunft aus zwei Blickrichtungen
Auf Seiten des Pflichtteilsberechtigten geht es darum, ein vollständiges und überprüfbares Bild des Nachlasses zu erhalten.
Auf Seiten des Erben ist zu klären, welche Auskünfte geschuldet sind, wie das Verzeichnis ordnungsgemäß erstellt wird und welche weitergehenden Forderungen berechtigt sind.
3Schenkungen
Pflichtteilsergänzung und Schenkungen
Hat der Erblasser zu Lebzeiten Vermögen verschenkt, kann dies für Pflichtteilsansprüche auch nach der Übertragung noch relevant sein. § 2325 BGB regelt die Pflichtteilsergänzung. Maßgeblich sind unter anderem Art und Zeitpunkt der Schenkung sowie der anzusetzende Wert.
Die Kanzlei1848 vertritt dabei Pflichtteilsberechtigte ebenso wie Erben oder andere Beteiligte, gegen die Ergänzungsansprüche geltend gemacht werden.
Bei Immobilien sind häufig mehrere Fragen miteinander verbunden
Wann wurde die Schenkung rechtlich vollzogen?
Welche Bedeutung haben vorbehaltener Nießbrauch oder Wohnungsrecht?
Eine Immobilie ist häufig ein zentraler Bestandteil des Nachlasses. Ihr Wert kann für Pflichtteil, Pflichtteilsergänzung, die Auszahlung von Miterben und die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft entscheidend sein.
Zu prüfen sind insbesondere:
Der maßgebliche Bewertungsstichtag
Belastungen und Darlehen
Bestehende Nutzungsrechte
Der Zustand der Immobilie
Die Plausibilität vorhandener Gutachten oder Wertansätze
Wertunterschiede wirken sich aus
Unterschiedliche Bewertungen können zu erheblich unterschiedlichen Zahlungsansprüchen führen.
Auch die Nutzung der Immobilie kann Streit auslösen. Wohnt beispielsweise nur ein Miterbe im geerbten Haus, stellt sich die Frage, ob und ab wann eine Nutzungsentschädigung verlangt werden kann.
Hinterlässt der Erblasser mehrere Erben, wird der Nachlass nach § 2032 BGB gemeinschaftliches Vermögen der Miterben. Einzelne Nachlassgegenstände gehören deshalb nicht automatisch einem bestimmten Miterben allein.
Jeder Miterbe kann grundsätzlich die Auseinandersetzung verlangen, soweit keine gesetzliche Ausnahme eingreift (§ 2042 BGB).
Konflikte entstehen häufig über
Verwaltung und Nutzung
Kosten
Auszahlungen
die Verteilung von Konten oder Nachlassgegenständen
Immobilien
Bei einer Nachlassimmobilie kommen insbesondere in Betracht
ein gemeinsamer Verkauf,
die Übernahme durch einen Miterben gegen Auszahlung der übrigen,
wenn eine Einigung dauerhaft scheitert, eine Teilungsversteigerung.
Vor einzelnen Schritten klären
Vor einzelnen Schritten sollte geklärt werden, welche Lösung rechtlich umsetzbar ist und welche Folgen sie für die Beteiligten hat.
Die Kanzlei1848 vertritt einzelne Miterben ebenso wie mehrere gemeinsam handelnde Mitglieder einer Erbengemeinschaft.
Mit dem Tod geht das Vermögen des Erblassers grundsätzlich als Ganzes auf den oder die Erben über. Wer Erbe geworden ist, richtet sich zunächst danach, ob eine wirksame letztwillige Verfügung – etwa ein Testament oder Erbvertrag – besteht. Fehlt eine solche Regelung, greift die gesetzliche Erbfolge.
Streit über Testamente und Erbenstellung. Wird die Wirksamkeit eines Testaments bestritten, können unterschiedliche Angriffspunkte eine Rolle spielen. Diese Fragen dürfen nicht miteinander vermischt werden:
Auslegung
Form
Testierfähigkeit
Ein gesetzlicher Anfechtungsgrund
Wenn die Erbenstellung zweifelhaft ist
Mehrere Testamente, unklare Formulierungen oder die Abgrenzung zwischen Erbeinsetzung und Vermächtnis können die Erbenstellung zweifelhaft machen. Dann kommt es auf die Auslegung der Verfügung und die Umstände des Einzelfalls an.
Ist die Erbenstellung ungeklärt, kann ein Erbscheinverfahren erforderlich sein. Die Kanzlei1848 vertritt dabei sowohl Personen, die sich auf eine testamentarische oder gesetzliche Erbenstellung berufen, als auch Beteiligte, die einer beantragten Erbenstellung widersprechen.
Ein Vermächtnis macht den Bedachten nicht automatisch zum Erben.
Vermächtnis (§ 2174 BGB)
Nach § 2174 BGB erhält der Vermächtnisnehmer grundsätzlich einen Anspruch gegen den Beschwerten auf die vermachte Leistung. Streit entsteht etwa über den Umfang des Vermächtnisses, Fälligkeit, Bewertung oder die Frage, wer die Leistung schuldet.
Teilungsanordnung (§ 2048 BGB)
Eine Teilungsanordnung nach § 2048 BGB betrifft dagegen die Verteilung des Nachlasses unter Miterben. Sie ändert die Erbquoten nicht ohne Weiteres. Bei Immobilien kann deshalb gerade die Frage wichtig werden, welcher Wert bei einer Übernahme anzusetzen ist und ob zwischen den Miterben ein Wertausgleich erforderlich ist.
Wen die Kanzlei1848 vertritt
Die Kanzlei1848 vertritt Vermächtnisnehmer, Erben und Miterben bei der Durchsetzung, Abwehr und Einordnung solcher Ansprüche.
8Haftung
Erbschaft ausschlagen: kurze Fristen beachten
Zum Nachlass gehören nicht nur Vermögenswerte, sondern grundsätzlich auch Verbindlichkeiten. Wer eine Ausschlagung erwägt, sollte deshalb Vermögen, Schulden und erkennbare Haftungsrisiken möglichst früh prüfen.
Die Ausschlagungsfrist beträgt nach § 1944 BGB regelmäßig sechs Wochen. Sie beginnt nicht pauschal mit dem Tod, sondern nach den gesetzlichen Voraussetzungen mit Kenntnis von Anfall und Berufungsgrund. In bestimmten Auslandsfällen beträgt sie sechs Monate.
Möglichst früh zu prüfen
Vermögen
Schulden
Erkennbare Haftungsrisiken
Erbschaft angenommen oder Frist abgelaufen?
Gesondert zu prüfen ist, welche Möglichkeiten zur Begrenzung der Haftung für Nachlassverbindlichkeiten bestehen.
Je nach Situation kommen andere erbrechtliche Instrumente in Betracht als bei einer rechtzeitigen Ausschlagung.
9Fall- und Kostenbeispiel
Fiktives Fall- und Kostenbeispiel: Pflichtteil nach Enterbung
Ein frei erfundenes Beispiel zeigt, mit welchen Anwaltskosten zu rechnen ist, wenn ein enterbter Sohn seinen Pflichtteil außergerichtlich geltend macht.
Fiktives Beispiel
Der Fall
Ein Mann aus Bochum verstirbt und hinterlässt ein Haus sowie Bankguthaben. Der Nachlass hat nach Abzug der Verbindlichkeiten einen Wert von 360.000 €. Testamentarisch hat der Erblasser seine zweite Ehefrau zur Alleinerbin eingesetzt; sein Sohn aus erster Ehe ist enterbt. Die Eheleute lebten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.
Der Sohn ist als Abkömmling pflichtteilsberechtigt. Sein gesetzlicher Erbteil hätte die Hälfte betragen; der Pflichtteil beläuft sich damit auf ein Viertel des Nachlasswerts, hier 90.000 €. Die Kanzlei1848 verlangt zunächst Auskunft und ein Nachlassverzeichnis (§ 2314 BGB), beziffert den Anspruch anschließend und macht ihn außergerichtlich geltend.
Der Gegenstandswert entspricht dem geltend gemachten Pflichtteilsanspruch. Wird die Forderung ohne Klage erfüllt, entsteht die Geschäftsgebühr für die außergerichtliche Vertretung.
10Die Kanzlei1848
Warum die Kanzlei1848?
Rechtsanwalt Hakan Ayaz hat rund 7 Jahre anwaltliche Berufserfahrung aus über 700 bearbeiteten Mandaten. Die Kanzlei1848 verfügt über 25x 5,0 ★ Google-Bewertungen.
Digital bearbeitet
Testament, Erbschein, Nachlassverzeichnis, Gutachten und Schriftverkehr können elektronisch übermittelt werden. Rechtliche Fragen lassen sich telefonisch oder per Videokonferenz besprechen; die Kommunikation mit der Gegenseite führt die Kanzlei.
Auch überregional
Auch die gerichtliche Vertretung kann je nach Verfahren überregional organisiert werden.
Wie unterstützt die Kanzlei1848 bei einem Erbrechtsfall?
Die Kanzlei1848 prüft zunächst die konkrete Rechtsposition, Fristen, Nachlasswerte und vorhandenen Unterlagen. Je nach Fall umfasst die Vertretung insbesondere Pflichtteils- und Auskunftsansprüche, Pflichtteilsergänzung, Erbengemeinschaften, Nachlassimmobilien, Vermächtnisse sowie Streit über Testamente und Erbschein.
Wer betreut meinen Fall?
Sie erhalten einen festen anwaltlichen Ansprechpartner. Zuständigkeit, Vorgehen und Kommunikation werden zu Beginn des Mandats geklärt. Die anwaltliche Verantwortung trägt derzeit Rechtsanwalt Hakan Ayaz. Das Kanzleiteam unterstützt bei Mandatsorganisation, Unterlagen und Kommunikation. Besprechungen sind in Bochum sowie telefonisch oder per Video möglich; eine bundesweite Vertretung ist möglich.
Woran erkenne ich einen guten Anwalt im Erbrecht, und muss es ein Fachanwalt für Erbrecht sein?
Ein Fachanwaltstitel weist besondere Kenntnisse und praktische Erfahrung in einem Rechtsgebiet nach und kann bei besonders komplexen Fällen hilfreich sein. Zwingend ist er nicht, denn auch Anwälte ohne Titel können häufig seit Jahren schwerpunktmäßig in einem Gebiet arbeiten. Die gesetzlichen Gebühren nach dem RVG sind in beiden Fällen gleich, höhere Honorare müssen ausdrücklich vereinbart werden. Wichtiger ist, ob der Anwalt Erfahrung mit Ihrer Art von Streit hat: Im Erbrecht sind das etwa Ausschlagungs- und Pflichtteilsfristen, Pflichtteils- und Auskunftsansprüche, Erbengemeinschaft und Auseinandersetzung, Testamentsauslegung und Testamentsanfechtung sowie die Bewertung von Nachlassimmobilien. Achten Sie außerdem darauf, ob Ihr Fall persönlich vom Anwalt bearbeitet wird, ob Kosten und Prozessrisiko vorab offen besprochen werden und ob Sie eine realistische Einschätzung statt Versprechen erhalten. Die Kanzlei1848 berät im Erbrecht, insbesondere bei Pflichtteil, Erbengemeinschaft und Testamentsanfechtung; jedes Mandat hat einen festen anwaltlichen Ansprechpartner, die anwaltliche Verantwortung trägt derzeit Rechtsanwalt Hakan Ayaz. Erfolgsaussichten und Kosten werden vor der Beauftragung offen besprochen.
Auf welchen Sprachen berät die Kanzlei1848?
Die Kanzlei1848 berät Sie auf Deutsch, Englisch und Türkisch.
Pflichtteil und Nachlassimmobilie
Anspruch, Auskunft und Bewertung
Wer hat Anspruch auf einen Pflichtteil?
Pflichtteilsberechtigt können insbesondere Abkömmlinge, der Ehegatte und unter bestimmten Voraussetzungen die Eltern des Erblassers sein, wenn sie durch eine Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen wurden. Der Pflichtteil entspricht grundsätzlich der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.
Kann ich die Bewertung einer Nachlassimmobilie verlangen?
Ein pflichtteilsberechtigter Nichterbe kann unter den Voraussetzungen des § 2314 BGB die Ermittlung des Wertes von Nachlassgegenständen verlangen. Ob hierfür im konkreten Fall ein Sachverständigengutachten erforderlich ist und welche Bewertungsgrundlagen maßgeblich sind, hängt vom Anspruch und vom Sachverhalt ab.
Bekommen Kinder beim Berliner Testament schon nach dem ersten Erbfall einen Pflichtteil?
Ja, das ist möglich. Setzen sich Eheleute gegenseitig als Alleinerben ein, sind die Kinder nach dem ersten Todesfall enterbt und können ihren Pflichtteil verlangen. Viele Berliner Testamente enthalten aber eine Pflichtteilsstrafklausel: Wer nach dem ersten Erbfall den Pflichtteil fordert, erhält in der Regel auch nach dem zweiten Erbfall nur den Pflichtteil. Die Verjährungsfrist von drei Jahren beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Berechtigte vom Erbfall und von seiner Enterbung erfährt.
Erbengemeinschaft, Vermächtnis und Ausschlagung
Auseinandersetzung, Vermächtnis und Fristen
Was kann ich tun, wenn ein Miterbe den Verkauf einer Immobilie blockiert?
Zunächst sollte geprüft werden, ob Verkauf, Übernahme durch einen Miterben oder eine andere Form der Auseinandersetzung möglich ist. Scheitert eine Einigung dauerhaft, kann bei Grundstücken als letztes Mittel eine Teilungsversteigerung in Betracht kommen.
Ist ein Vermächtnisnehmer automatisch Miterbe?
Nein. Ein Vermächtnis begründet grundsätzlich einen Anspruch auf die vermachte Leistung gegen den Beschwerten, macht den Vermächtnisnehmer aber nicht allein deshalb zum Erben oder Miterben.
Wie lange habe ich Zeit, eine Erbschaft auszuschlagen?
Die gesetzliche Ausschlagungsfrist beträgt regelmäßig sechs Wochen. Sie beginnt nicht pauschal mit dem Tod, sondern nach den Voraussetzungen des § 1944 BGB insbesondere mit Kenntnis von Anfall und Berufungsgrund. In bestimmten Auslandsfällen beträgt die Frist sechs Monate.
Was gilt, wenn ein Mitglied der Erbengemeinschaft stirbt?
Sein Anteil am Nachlass geht auf seine eigenen Erben über, zum Beispiel auf Ehegatten oder Kinder. Sie treten an seiner Stelle in die Erbengemeinschaft ein. Dadurch werden es oft mehr Beteiligte, und Entscheidungen über eine Nachlassimmobilie werden schwieriger. Eine frühzeitige Auseinandersetzung kann das vermeiden.
Kann die Erbengemeinschaft ein geerbtes Haus ohne Erbschein verkaufen?
Verkaufen können die Erben das Haus nur gemeinsam. Für die Umschreibung im Grundbuch müssen sie ihr Erbrecht nachweisen, in der Regel durch einen Erbschein. Liegt ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag mit Eröffnungsniederschrift vor, genügt das meist. Ob ein Erbschein nötig ist, sollte deshalb vor der Suche nach einem Käufer geklärt werden.
Kann die Mehrheit der Erben das Haus vermieten, wenn ein Miterbe nicht will?
Oft ja. Die Vermietung gehört in der Regel zur Verwaltung des Nachlasses, über die die Erben mit der Mehrheit ihrer Erbteile entscheiden können, wenn die Maßnahme einer ordnungsgemäßen Verwaltung entspricht. Für den Verkauf des Hauses gilt das nicht; dafür müssen alle Erben zustimmen. Wohnt ein Miterbe selbst im Haus, kommt eine Nutzungsentschädigung in Betracht. Mehr dazu: Nutzungsentschädigung in der Erbengemeinschaft.